Grindelwald zeigte sich am Samstag, 18. April 2026 von seiner allerschönsten Seite: Mit wunderschönem und angenehm warmem Frühlingswetter und imposanter Bergkulisse begrüsste das Eigerdorf 78 Delegierte und 23 Gäste des BEJV zur 137. Ordentlichen Delegiertenversammlung. Organisiert wurde die DV 2026 durch die Sektion Jagd- und Wildschutzverein Grindelwald unter ihrem Präsidenten Roland Wyss und seinem OK.

Vor dem statutarischen Teil, der eigentlichen Delegiertenversammlung, begrüsste Gemeindepräsident Beat Bucher die Delegierten und Gäste ganz herzlich in seiner Gemeinde Grindelwald. Er beleuchtet einige zentrale Themen, die im Moment den Gemeinderat beschäftigen, so z.B. die Tourismusentwicklung verbunden mit der Verkehrssituation oder die ausstehende Ortsplanung.

Regierungsrat Christoph Ammann, Vorsteher der Direktion für Wirtschaft, Energie und Umwelt des Kantons Bern richtete ein letztes Mal persönlich einige Worte an die Delegierten und die Gäste. In den Fokus seiner Ausführungen stellt er die laufende Revision der Jagdverordnungen des Kantons Bern. Er bedankt sich beim BEJV, der sich sehr vertieft und intensiv mit der Vorlage beschäftigt hat. Konstruktive Reaktionen waren und sind erwünscht, egal ob sie kritisch oder bejahend sind. Es geht für alle Akteure um ein gemeinsames Ziel: eine attraktive, weidgerechte, den Traditionen verbundene Jagd. Aber gleichzeitig muss die Jagd offen sein für neue Entwicklungen und muss ihren Regulationsauftrag erfüllen. Die geäusserte Kritik aus der Jägerschaft wurde sehr ernst genommen. Erste daraus resultierende Massnahmen sind z.B., dass die Anpassungen erst 2027 eingeführt werden. Bei den Jagdzeiten werden die eingebrachten Kritikpunkte aus der Eingabe des BEJV berücksichtigt. So wird etwa auf die Vorverlegung der Gämsjagd verzichtet und die Rehjagd wird wie bisher ausgeübt, mit einem zusätzlichen Jagdtag (Ansitzjagd) am Freitag.

Für die Verwaltung ist es zentral, dass der Berner Jägerverband ein verlässlicher Partner ist und bleibt. Während seiner 10-jährigen Amtszeit hat die Zusammenarbeit mit dem BEJV sehr gut funktioniert. RR Ammann nennt als gute Beispiele dieser Zusammenarbeit die Erarbeitung der Wald-Wild-Lebensraum Strategie, die Klärung der Unklarheiten bei der Einführung der Datenerhebung beim Gämswild und die Wiedereinführung der zweijährigen Ausbildung. Abschliessend bedankt sich der scheidende Regierungsrat bei BEJV Präsident Lorenz Hess und dem Gesamtvorstand für die für die sehr gute und engagierte Zusammenarbeit in den letzten 10 Jahren. Er bedankt sich nicht weniger herzlich bei der gesamten Berner Jägerschaft für ihr grosses Engagement und für ihren grossen Einsatz für die Jagd und auf der Jagd. Er wünscht allen bereits jetzt für die bevorstehende Jagd 2026 ein kräftiges «Weidmannsheil».

Jagdinspektorin Nicole Imesch orientiert die Delegierten und Gäste aus erster Hand zum Jagdverlauf 2025 und zur Wald-Wild-Lebensraum-Strategie und der damit verbundenen Neuaufgleisung des Jagdplanungsprozesse. Weiter erläutert Nicole Imesch kurz den 12 Punkte-Plan für das Kormoranmanagement. Abschliessend informiert die Jagdinspektorin zu drei personellen Änderungen im Wildhüter Corps und zur neu geschaffenen Stelle des Wald-Wild Fachbereichsleiter.
Sie beginnt ihre Ausführungen zum Jagdverlauf 2025 mit einigen Zahlen zur Reh- und Rotwildjagd 2025:
Mit 4’862 erlegten Rehe wurden die jagdplanerischen Ziele zu 90 Prozent erreicht.
Mit 1’323 erlegten Rothirschen (+17% gegenüber dem Jahr 2024) wurden die jagdplanerischen Ziele sogar zu 96 Prozent erreicht. Die Strecke der weiblichen Tiere betrug 745 , was eine Steigerung um 20% gegenüber dem Jahr 2024 bedeutet.
Bei der Gämsjagd fokussiert die Jagdinspektorin ihre Ausführungen auf ein erstes Fazit zur 2025 neu eingeführten Kontingentierung bei der Gämsjagd und den daraus abgeleiteten Massnahmen für das Jahr 2026. Es werden Anpassungen in den Festlegungen zur Reduktion des «Run auf die Böcke» in den ersten Tagen und für einen Abgleich von Angebot und Nachfrage bei den Patenten gemacht.
Abschliessend bedankt sich Nicole Imesch sich bei allen Jägerinne und Jäger, die sich in den letzten Monaten konstruktiv und mit dem nötigen Respekt in den verschiedenen Diskussionen, insbesondere im Rahmen der Revision der Jagdverordnungen, eingebracht haben.

Nach den einleitenden Referaten eröffneten die Jagdhornbläser Gsür Adelboden unter der Leitung von Obfrau Cornelia Pieren und dem musikalischen Leiter Albin Pieren die 137. Delegiertenversammlung des BEJV mit einer stimmungsvollen musikalischen Darbietung.

BEJV Präsident Lorenz Hess beleuchtet in seinem Jahresbericht 2025 den Revisionsprozess der Jagdverordnungen im Kanton Bern und zeigt auf, wie die Erarbeitung der Stellungnahme BEJV unter Einbezug aller 29 Sektionen erfolgt ist. Speziell erwähnt er, dass mit der Eingabe erreicht werden konnte, dass wichtige durch die Jägerschaft kritisierte Punkte nicht umgesetzt werden und dass alle Anpassungen erst 2027 in Kraft treten. Die Kritik aus diversen Sektionen, der BEJV hätte die Vorlage zurückweisen sollen, war für den BEJV nicht umsetzbar, weil der politische Prozess bei der Anpassung einer Verordnung eine Rückweisung gar nicht zulässt. Weiter äussert sich der Präsident in seinem Jahresbericht zur Kontingentierung bei der Gämsjagd.
Vizepräsident Bruno Sommer bedankt sich herzlich bei BEJV Präsident Lorenz Hess für seinen grossen Einsatz zu Gunsten der Berner Jagd und des Verbandes und lässt den Jahresbericht des Präsidenten mit einem Applaus der Delegierten genehmigen.

Die statutarischen Geschäfte wurden 2026 zum Teil rege diskutiert, so etwa das Budget 2026, konnten aber im konstruktiven Austausch behandelt und verabschiedet werden. Unter Traktandum 11, galt es die amtierende Rechnungsrevisorin Sabine Lescko und den amtierenden Rechnungsrevisor Bruno Rosser für eine neue dreijährige Amtsperiode zu bestätigen. Die Delegierten folgten dem Antrag des Vorstandes und bestätigten beide mit einem kräftigen Applaus in ihrem Amt.

Nach der Diskussion zu sechs eingereichten Anträgen bzw. Anfragen richteten die Gäste David Clavadetscher, Geschäftsführer JagdSchweiz, Nationalrat Ernst Wandfluh, Vizepräsident, des Verbands der Bernischer Waldbesitzer, Andi Hertig Bereichsleiter Fischereimanagement beim Kantonalen Fischereiinspektorat und Markus Schneider, Präsident des Bernisch Kantonalen Fischereiverbandes BKFV je eine Grussbotschaft an die Delegierten und die Gäste.

Der gesellschaftliche Teil der Delegiertenversammlung 2026 wurde bei strahlend schönem Frühlingswetter mit Blick auf die imposante Bergwelt im Gletscher Dorf Grindelwald mit einem feinen Apéro, offeriert von der Gemeinde Grindelwald, gestartet. Anschliessend wurde ein bestens mundender Mittagsaser serviert.

Ein grosser Weidmannsdank des BEJV geht an die Sektion Grindelwald unter ihrem Präsidenten Roland Wyss und seinem gesamten OK. Das OK hat auf sympathische Weise eine von A-Z hervorragend organisierte DV mit bester Infrastruktur und bestens mundendem Aser organisiert.

Die 138. Delegiertenversammlung des BEJV findet am 24.4.2027 nachmittags in Lotzwil statt. Nach der DV feiert die durchführende Sektion Oberaargau ihr 130 Jahre Jubiläum.

Daniela Jost, Sekretariat BEJV