Mit den kantonalen Schweissprüfungen im Jura Bernois/Seeland, Mittelland und Berner Oberland hat der Berner Jägerverband (BEJV) auch 2026 die Leistungsfähigkeit der künftigen Nachsuche-Gespanne überprüft.

Marc Beuchat, Präsident der Hundekommission des BEJV fasst zusammen: «Im Jahr 2026 traten insgesamt 52 Gespanne auf den 500- und 1’000-Meter-Übernachtfährten an. Die Prüfungen bestätigten einmal mehr die hohe Bedeutung einer fundierten Ausbildung von Jagdhunden und Hundeführenden für eine fachgerechte und tierschutzkonforme Nachsuche.»

Die sommerlichen Temperaturen erschwerten die Arbeit für Mensch und Tier. Umso erfreulicher waren die gezeigten Leistungen. Insgesamt durften am Ende 33 Hundeführerinnen und Hundeführer die wohlverdiente Urkunde entgegennehmen. Hinter dieser Zahl stehen gut eingespielte Gespanne, die ihre feine Nase oder ihr Vertrauen in den Hund unter Beweis stellen konnten. Alle drei Prüfungen wurden nach den Standards der Technischen Kommission für das Jagdhundewesen (TKJ) durchgeführt.

Jura Bernois / Seeland
Den Auftakt machte am 26. Juli die Schweissprüfung Jura Bernois / Seeland in der Region Tavannes. Die sorgfältig vorbereiteten Fährten sowie die professionelle Arbeit der Richterinnen, Richter und Fährtenleger gewährleisteten faire und praxisnahe Bedingungen. Ein idealer Landregen am Vortag erleichterte den Hunden die Suche deutlich, was sich positiv auf das Ergebnis auswirkte. Die Organisation erfolgte durch die «Société des chasseurs Jura bernois», als Prüfungsleiter amtete der Vereinspräsident Fritz Schluep. Das Absenden begleiteten die Jagdhornbläsergruppe Fraubrunnen.
• 500 Meter: angetreten sind 12 Gespanne, bestanden haben 9 Gespanne, Erfolgsquote 75%
• 1000 Meter: angetreten sind 4 Gespanne, bestanden haben 3 Gespanne, Erfolgsquote 75%

Berner Mittelland
Zwei Wochen später folgte die Schweissprüfung Mittelland am 09. August nahe Seeberg. Der Jägerverein Oberaargau organisierte wie im letzten Jahr den Anlass unter der Leitung von Prüfungsleiter René Kaiser. Richter und Hundeführer äusserten sich sehr positiv über die Qualität der vorbereiteten Fährten – trotz einem Sturm der Vorwoche, der in den Revieren seine Spuren hinterlassen hat. Sturmholz und umgestürzte Bäume machten einzelne Fährten stellenweise zur Herausforderung. Für traditionelle Stimmung sorgten die Jagdhornbläser Hubertus Bern.
• 500 Meter: angetreten sind 13 Gespanne, bestanden haben 8 Gespanne, Erfolgsquote 62%
• 1000 Meter: angetreten sind 5 Gespanne, bestanden haben 3 Gespanne, Erfolgsquote 60%

Berner Oberland
Den Abschluss bildete am 16. August die Schweissprüfung im Raum Wimmis und Interlaken, organisiert durch die Jagdvereine Hubertus Interlaken und Niedersimmental, bei sehr warmen Temperaturen. Als Prüfungsleiter amtete Walter Stoller. Die Gespanne konnten auf eine hervorragende Organisation und bestens vorbereitete Fährten mit kompetenten Fährtenführer zählen. Die Parforcehornbläser Berner Oberland begleiteten den Anlass mit wundervollem Hörnerklang.
• 500 Meter: angetreten sind 15 Gespanne, bestanden haben 10 Gespanne, Erfolgsquote 67%
• 1000 Meter: angetreten sind 3 Gespanne, bestanden hat kein Gespann, Erfolgsquote 0%

Unverzichtbarer Beitrag
Die Schweissarbeit zählt zu den anspruchsvollsten Disziplinen im Jagdhundewesen. Sie verlangt vom Hund ausgeprägte Fährtentreue, Konzentration und Nasenleistung sowie vom Führer Vertrauen, Erfahrung und die Fähigkeit, seinen Hund korrekt am Schweissriemen arbeiten zu lassen. Die

Nachsucheorganisation des BEJV (NASU) und die zahlreichen engagierten Schweisshundeführerinnen und Schweisshundeführer leisten hierzu einen unverzichtbaren Beitrag.

Neben den Leistungen der Gespanne fand auch die Organisation der Prüfungen viel Lob und Anerkennung. Der BEJV dankt allen Organisatoren, Prüfungsleitungen, Richterinnen und Richtern, Fährtenlegern, Revierführern, Helferinnen und Helfern sowie den teilnehmenden Gespannen für ihren grossen Einsatz. Ihr Engagement trägt wesentlich dazu bei, die Qualität der Nachsuche im Kanton Bern auf hohem Niveau zu sichern und die jagdliche Verantwortung gegenüber dem Wild konsequent wahrzunehmen.

Autorin: Sabine Brechbühl
Fotos: Sabine Brechbühl, Marc Beuchat, Ronja Stöckli, Walter Stoller