Jahresbericht NASU 2024
Allgemeines
Auch im vergangenen Jahr haben einige Hundeführer mit ihren Hunden fleissig und regelmässig geübt und anspruchsvolle Prüfungen bestanden. Ich danke allen Hundeführern/Innen für ihren grossen Einsatz den sie zu Gunsten einer weidgerechten Jagd erbracht haben. Gute Hundegespanne für den Einsatz auf die Jagd vorzubereiten und dann für die Nachsuchen (NASU) einzusetzen, ist sehr zeitaufwendig und braucht viel Herzblut. Damit wir unsere Aufgabe gemäss Vereinbarung mit dem Jagdinspektorat des Kantons Bern optimal erfüllen können, benötigen wir geeignete Hundegespanne für diese anspruchsvolle Tätigkeit. Ein grosses Merci an Alle, die sich für diese Aufgabe zur Verfügung stellen.
Ausbildung
Am kantonale Ausbildungstag der Jagdhundeobmänner / NASU-Verantwortlichen vom 23. März 2024 in Unterbach konnte ich rund 70 Hundeverantwortliche, bzw. Hundeführer, begrüssen. Der Militärflugplatz Meiringen bot wiederum ideale Voraussetzungen für diese Ausbildung. Schwerpunktthemen an diesem Tag waren:
- Die gesetzlichen Vorgaben für Nachsuchen auf Schwarzwild
- Informationen zum und aus dem Schwarzwildgatter in Elgg
- Tatort Anschuss (wann und wie zum Anschuss, Untersuchung Anschuss, Pirschzeichen, deren Interpretation und die Bedeutung für die Nachsuche)
- Die Umsetzung der Theorie in die Praxis, Anschüsse im Feld untersuchen, Einsatz von Hilfsmitteln, Demonstration von Schuss, Energie/Wirkung und das Abfangen
Wildhüter Kurt Schweizer orientierte über die rechtlichen Vorgaben bei Nachsuchen auf Schwarzwild. Andrea Metzger informierte dann über das Schwarzwildgewöhnungsgatter Elgg, in welchem Hundeführer mit ihren Hunden unter fachkundiger Begleitung den zielgerichteten Umgang mit Schwarzwild in genau abgesteckten Ausbildungsschritten erlernen können.
Tino Schenk thematisierte im ersten Teil die Schussbedingungen wie Standort, Schussfeld, Zustand des Wildes und die Schussabgabe. Der zweite Theorieteil – Tatort Anschuss – beinhaltete, wie und wann zum Anschuss, Anschüsse im Feld untersuchen, Interpretation der Pirschzeichen, Einsatz von Hilfsmitteln, Anatomie des Schalenwildes, Ausrüstung.
Diese Vorträge wurden mit anschaulichem, eindrücklichem Bild- und Filmmaterial vorgetragen, was einen nachhaltigen Eindruck hinterliess.
Tino Schenk schloss seinen Vortrag mit dem treffenden Satz:
Zum Nachsuche-Führer gehört: Passion, Passion und nochmals Passion. Wer nicht bereit ist seine ganze Körperkraft, seinen Willen, ja seine Gesundheit einzusetzen und wer nicht aus Liebe zur Sache bereit ist, dies aufzubringen, der lasse die Finger vom langen Riemen!
Kurt Schweizer WH, Tino Schenk, Jäger und langjähriger Nachsuchen Führer, Andrea Metzger, Jägerin, Nachsuchen Führerin, Hundeführerin auf Bewegungsjagden, vermittelten ihr fundiertes Wissen. Alles was mit Nachsuchen zusammenhängt brachten sie uns näher, aus ihrer jahrelangen Erfahrung und Praxis.
Nach dem Aser begaben sich die Teilnehmer ins Feld im Raume Hofstetten, wo die Theorie in die Praxis umgesetzt wurde. Hier wurden Anschüsse untersucht, Hilfsmittel eingesetzt und Schuss, Energie deren Wirkung und Abfangen demonstriert.
Für die Ausbildung der NASU-Gespanne in den Vereinen steht das NASU-Ausbildungskonzept, welches auf der Homepage aufgeschaltet ist zur Verfügung. Nach diesem Konzept soll die Ausbildung der NASU-Hunde in dezentral durchgeführten Kursen der Jagdvereine gefördert werden. Das Hauptgewicht richtet sich auf einen guten Gehorsam und die Schweissarbeit.
Der zweite NASU-Ausbildungstag fand in Ins am 22.06.2024 statt, mit der Idee, die Zusammenarbeit und den Austausch der beiden Organisationen Wildhut und NASU-Hundeführer zu fördern. Neben der Jagdinspektorin Nicole Imesch und Verbandspräsident Lorenz Hess erwarteten ca. 60 NASU-Führer und Wildhüter gespannt den Vortrag von Chris Balke.
Zum Thema Zeit- und Fachgerechten Nachsuche zeigte Chris Balke, Nachsuchprofi aus Deutschland, mit interessanten Praxisbeispielen, klaren Worten und sehr unterhaltend auf, was dazu die Anforderungen sind. Zum Nachsuchewesen hatte Chris Balke auch Aussagen, welche wir uns merken sollten:
- Die sorgfältige Ausbildung eines Nachsuche-Gespannes nimmt mindestens zwei bis drei Jahre in Anspruch
- Verfügt Jäger/Jägerin nicht über ausreichend praktische Erfahrung ist es immer besser einen NASU-Spezialisten anzufordern. Die Erfolgschancen für eine erfolgreiche Nachsuche steigen mit dieser ersten Entscheidung bereits enorm.
- Jäger und NASU-Führer sind es dem Tier schuldig, das richtige NASU-Gespann für die bevorstehende Arbeit einzusetzen. Niemand soll sich zu schaden dafür sein gegebenenfalls ein geeigneteres Gespann zur Hilfe zu rufen.
- Jeder Anschuss, ohne Ausnahme, muss kontrolliert werden
- Wir brauchen Hunde für die Nachsuche, welche über ausreichend Schärfe verfügen, um das verletzte Wild zu stellen und falls möglich, auch packen zu können.
Es war ein sehr spanender, lehrreicher Tag. Ich denke jeder von uns konnte profitieren vom aktuellen und interessanten Thema. Für mich war sehr positiv das Miteinander von WH / NASU. Die Ausbildung soll die Zusammenarbeit Wildhut, NASU-Gespanne fördern und das Miteinander verstärken. Ich hoffe es war ein positiver Beitrag für die Zukunft.
Im Namen aller Teilnehmer besten Dank für die Einladung an das Jagdinspektorat und Wildhüter Yves Portmann.
Nachsuchen
Die NASU-Formulare – NASU-Formular-Einsatz, Rückerstattung Prüfungsgebühren, Mitgliedermeldung, Entschädigung Unfall/Tod – konnten mit der alten Software nicht mehr befriedigend überarbeitet werden. Ich habe mit Silvio Svensson diese überarbeitet, und dem Standard des BEJV angepasst. Damit erhoffe ich, für mich auch eine Erleichterung bei der Auswertung und Abrechnung.
Die Jagdsaison 2024 wurde pro Kalenderjahr (01.01.-31.12) geplant, ausgewertet und abgerechnet. Die Anzahl der Nachsuchen durch Jäger Nachsuche-Gespanne waren tiefer als im letzten Jahr.
Die Auszahlung an die NASU-Führer erfolgte Ende März und vor Weihnachten 2024, an den Kanton (Wildhüter) Ende Januar 2025. Hundeführern, welche mehr als vier Jahr aktiv Nachsuchetätigkeit leisteten, konnten die Prüfungsgebühren rückerstattet werden. Einige Hunde erlitten Verletzungen, oder sie verstarben, welche entschädigt wurden.
Das Nachsuchewesen verlief auch in dieser Jagdsaison ohne grosse Probleme, kleinere Schwierigkeiten konnten bilateral rasch gelöst werden.
Einsatzzentrale «SECURITAS»
Ende Juli, nach Vorliegen der Pikettpläne, Sektorkarten und Hundeführerverzeichnisse, konnten die Daten in der Einsatzzentrale der Securitas installiert und die Mitarbeiter auf ihre Aufgabe vorbereitet werden.
Das letzte Jagdjahr verlief nach einigen Schwierigkeiten in der Einsatzzentrale befriedigend. Der Wechsel bei den Verantwortlichen sowie Personalfluktuation in der Einsatzzentrale, führten vor allem bei Beginn der Reh-Jagd zu Problemen. Bei der Vermittlung von Nachsuchen kam es zu Missverständnissen. Nach verschiedenen Rücksprachen durch mich konnte eine Verbesserung erreicht werden. Ich bin froh, wenn Probleme mit der EZ bestehen, diese mir baldmöglichst mitgeteilt wird, damit ich sofort intervenieren kann. Nach der Jagd 2024/2025 werde ich mit der SECURITAS Kontakt aufnehmen, damit wir für das nächste Jagdjahr eine Verbesserung erreichen können.
Ziel ist es, dass wir in der SECURITAS einen sehr verlässlichen Partner haben, der für uns die Einsatzzentrale während der ganzen Jagdperiode zuverlässig betreut und uns die Einsätze nach den vorgegebenen Pikettplänen vermittelt. Für diese Arbeiten ein kräftiges Merci an die Mitarbeiter der Einsatzzentrale.
Personelles
Mittelland Ost
In Abwesenheit haben wir Beat Wyss als Koordinator Mittelland Ost an der letzten Sitzung der Koordinatoren verabschiedet.
Beat Wyss war seit 2016 als Koordinator im Einsatz und hat diese Funktion mit viel Herzblut erledigt. Ich danke Beat für die immer prompte und zuverlässige Art der Erledigung seiner Aufgaben. Er war ein hervorragender Teamkamerad, auf den man immer zählen konnte. Ich wünsche ihm für die Zukunft alles Gute, viel Gfreuits mit seinen Hunden und Jägers Gfehl auf der Jagd.
Als neuer Koordinator Mittelland Ost hat Koni Rieser seine Aufgaben als Koordinator Mittelland Ost aufgenommen. Wir heissen ihn in unserer Runde herzlich willkommen. Ich wünsche Koni einen guten Start in seine Funktion und viel Freude bei der Ausübung seiner Tätigkeiten.
Jagdinspektorat
Für meine Anliegen hatte ich vom Jagdinspektorat immer die volle Unterstützung. Die Zusammenarbeit war konstruktiv und immer im Sinne der Sache.
Die Zusammenarbeit mit den Wildhütern betreffend Ausbildung und Übernahme von Nachsuchen von Pikettverantwortlichen hat mehrheitlich problemlos funktioniert. Es gibt wenigen Ausnahmen, wo die Zusammenarbeit/Vertrauen Wildhüter zu NASU-Führern leider noch nicht gegeben ist.
Ein Ziel von mir war, die Zusammenarbeit mit der WH zu fördern. Dazu habe ich mit dem neuen Vertreter Jagdinspektorat in der Hundekommission WH Yves Portmann Gedanken ausgetauscht um eine gemeinsame Ausbildung Wildhüter / NASU-Hundeführer zu fördern.
Eine erste solche Ausbildung fand am 22.06.2024 im INFORA in Ins statt. Die Ausbildung soll, die Zusammenarbeit Wildhut, NASU-Gespanne fördern und das Miteinander verstärken. Das Thema war Zeit- und Fachgerechte Nachsuche, mit Referat von Chris Balke, Vollberuflicher Nachsuche Führer in Deutschland.
Im Frühling 2025 findet eine Diskussionsrunde zwischen dem Jagdinspektorat/Wildhut und dem BEJV statt mit dem Ziel die Zusammenarbeit zwischen der NASU und der Wildhut für die «zeit- und fachgerechte» Nachsuche im Kanton Bern zu stärken, nach dem Motto: Qualität statt Quantität
Schlussbemerkung / Dank
Die Jagdsaison 2024 ist abgeschlossen. Die Arbeit macht mir Freude, soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es nicht immer einfach ist, den goldenen Mittelweg zu finden. Es ist nicht immer einfach die optimale Lösung zu finden. Wenn ich ca. 100 Hundegespanne habe, gibt auch fast so viele verschiedene Meinungen zu Lösungsansätzen!
Ich möchte Allen für die Vorbereitungsarbeiten in der NASU-Organisation und ihrem Engagement während der Jagd herzlich danken. Den Mitarbeitern der Securitas danke ich für ihre geleistete Arbeit. Sie haben die Aufgaben der Einsatzzentrale, welche nicht immer ganz einfach war, gut erfüllt. Besten Dank auch dem Jagdinspektorat und den Wildhütern für das kooperative Miteinander im Sinne der Sache «Wild».
Ausblick
Für mich gilt es:
- Das Erreichte zu halten, allenfalls noch zu verbessern.
- Mit der SECURITAS den Betrieb wieder auf das Niveau der letzten Jahre zu bringen.
- Mit dem Jagdinspektorat und der Wildhut die Zusammenarbeit zwischen NASU und der Wildhut zu stärken.
NASU-Verantwortlicher
Meiringen, 30.12.2024
Heinz Trutmann