Jahresbericht Jagdhundekommission 2024
1. Zusammenfassung
Im Berichtsjahr wurden im Jagdhundewesen folgende Aktivitäten realisiert:
- Durchführen von Ausbildungskursen in den Jagdvereinen mit Schwergewicht Gehorsam, Schweissarbeit und Apportieren von Haarraubwild auf der Schleppe und Flugwild am Land und aus tiefem Wasser
- Organisation und Durchführung von drei Gehorsamsprüfungen (GHP), drei Schweissprüfungen (SwP) und einer Apportier- und Schleppenprüfung (SAP)
- Durchführen der Jagdhunde-Modultage für die Jungjäger:innen an zwei Anlässen
- Durchführung eines Ausbildungstages für die NASU-Führer:innen
- Aufrechterhaltung einer funktionsfähigen Nachsuchenorganisation während der gesamten Jagdzeit
- Planung einer Begrenzung der Teilnehmer an den Schweisshundeprüfungen ab 2025
- Aufhebung der Genehmigung der GHP und SAP durch die TKJ und damit Verzicht auf eine nationale Anerkennung
- Lösungsfindung für Prüfungen auf der Hasenspur ausserhalb der Jagdzeit mit dem JI
- Das JHK-Konzept liegt als Final Draft vor
- Digitalisierung der Formulare im NASU für eine einfachere Auswertung und Abrechnung
2. Organisation Jagdhundekommission JHK
Auch in diesem Berichtsjahr konnte ich mich bei der Umsetzung der Aufgaben in der JHK auf die engagierte Arbeit der Kommissionsmitglieder verlassen. Als besondere Massnahme haben wir in der JHK im Auftrag des BEJV ein Konzept zu erstellen. Dieses dient künftig als Planungsgrundlage der JHK. Sinn und Zweck des Konzeptes sind die Definition unserer Strategie und das Festlegen der nötigen Ziele und Massnahmen. Der Finale Entwurf ist erstellt und die Freigabe durch den Präsidenten BEJV ist in der ersten Hälfte 2025 geplant.
Mit dem erfahrenen Jagdkynologen Martin Baumann konnten wir ein wertvolles Mitglied in der JHK gewinnen. Neben seinen breit abgestützten jagdkynologischen Fähigkeiten und Erfahrungen als Leistungsrichter hat Tinu durch seine berufliche Führungstätigkeit im BAFU wertvolle Verbindungen zu kantonalen und nationalen Jagdverwaltungen. Er wurde am 07. Februar 2025 von der PK bestätigt.
Ich bedanke mich bei unserer Sekretärin Brigitte Moser-Aeberli, der Kassiererin Yvonne Blatter, den Koordinatoren Ueli Bärtschi, Michael Imobersteg und Fritz Schluep, dem NASU-Verantwortlichen Heinz Trutmann und dem Vertreter des Jagdinspektorat WH Yves Portmann, für die konstruktive und engagierte Zusammenarbeit.
Dem Vorstand des BEJV danke ich für das Verständnis zu Gunsten des Jagdhundewesens.
3. Jagdhundeausbildung
Die personelle Besetzung mit den Jagdhundeobleuten in den relevanten Jagdvereinen ist sichergestellt. Damit haben die meisten Jagdhundeführer:innen die Möglichkeit, in ihrer Region Hunde in den Disziplinen Gehorsam, Schweissarbeit und Apportieren von Haarraubwild auf der Schleppe auszubilden und an den jährlichen Prüfungen teilzunehmen.
Wo keine entsprechenden Angebote bestehen, bieten benachbarte Vereine Gastrecht an.
Das Training zum Apportieren aus tiefem Wasser erfolgt mehrheitlich an den dafür bezeichneten Gewässern.
Da bei den Gehorsamsausbildungen erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ausbildungsorten bestehen, wird das Thema zusammen mit der Vorsuche im Zentrum des Ausbildungstags der Jagdhundeobleute 2025 stehen.
Den Jagdhundeobleuten sowie ihren Teams danke ich bestens für ihren zeitintensiven Einsatz zu Gunsten unserer Jagdhelfer!
4. Jagdhundeprüfungen
4.1 Gehorsamsprüfungen
Die drei im Juni durchgeführten GHP waren durch die Prüfungsleiter Fritz Schluep für den Berner Jura/Seeland, Walter Stoller für das Oberland und René Kaiser für das Berner Mittelland mit ihren Sekretären und in Zusammenarbeit mit den Jagdhundeobleuten einmal mehr hervorragend organisiert. Trotz der hohen Anzahl von 108 Teilnehmern war ein speditiver Ablauf sichergestellt. Die Gespanne zeigten mehrheitlich gute Leistungen.
Ergebnisse Gehorsamsprüfungen:
- Berner Jura/Seeland: 26 Teilnehmer, 26 reüssiert = 100%
- Berner Mittelland: 47 Teilnehmer, 42 reüssiert = 89%
- Berner Oberland: 35 Teilnehmer, 31 reüssiert = 89%
4.2 Schweissprüfungen
Im Juli/August konnten die ausgeschriebenen SwP mit insgesamt 95 angetretenen Gespannen dank dem Einsatz der Prüfungsleiter René Kaiser, Walter Stoller und Peter Zenklusen mit ihren Sekretären und in Zusammenarbeit mit motivierten Hundeobmännern kompetent bewältigt werden. Alle Fährten wurden im Tropfverfahren angelegt.
Ergebnisse 500m Fährte gem. PO TKJ:
- Berner Jura/Seeland: 19 Teilnehmer, 11 reüssiert = 58%
- Berner Mittelland: 16 Teilnehmer, 9 reüssiert = 56%
- Berner Oberland: 32 Teilnehmer, 23 reüssiert = 72%
Ergebnisse 1000m Fährte gem. PO TKJ:
- Berner Jura/Seeland: 9 Teilnehmer, 7 reüssiert = 78%
- Berner Mittelland: 9 Teilnehmer, 5 reüssiert = 55%
- Berner Oberland: 10 Teilnehmer, 8 reüssiert = 80%
Mit über 100 angemeldeten Gespannen erreichte die diesjährige Prüfung einen neuen Höchststand. Der organisatorische Aufwand war gewaltig und verlangte z.B. im Oberland, dass gleichzeitig drei Jagdvereine für die Fährtenanlage eingesetzt werden mussten.
Die JHK kam zusammen mit den Prüfungsleitern zum Schluss, dass diese Entwicklung die Organisatoren an die Grenzen des Machbaren bringt und nicht so weiter gehen kann. Es wurde entschieden, 2025 als Pilotprojekt die Anzahl Prüfungen auf 75 Teilnehmer zu beschränken, wobei diese Anzahl nicht in Stein gemeisselt ist. Stellen die Organisatoren fest, dass in ihrem Gebiet mehr als 25 Fährten angelegt werden können, kann die Anzahl entsprechend erhöht werden.
Die 1000m Prüfungen werden nicht kontingentiert und es werden so viele 500m Prüfungen zugelassen, bis die maximale Anzahl erreicht ist. Die Berücksichtigung richtet sich nach dem Anmeldeingang durch den Hundeführer inkl. Zahlung der Prüfungsgebühr mit nachfolgender Bestätigung durch die Jagdhundeobleute.
Als zusätzliche Massnahmen ist geplant, dass GHP und SwP nicht mehr im gleichen Jahr absolviert werden können. Auch soll es künftig nicht mehr möglich sein, die 500m und die 1000m SwP im gleichen Jahr zu absolvieren. Diese Massnahmen bedingen jedoch eine Anpassung der Prüfungsordnungen und können nicht vor 2026 eingeführt werden.
4.3 Schleppen- und Apportierprüfungen
Nach der Herbstjagd wurden die SAP durchgeführt. Die Prüfungsleitung wurde durch René Kaiser mit tatkräftiger Unterstützung durch den Sekretär und in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Jagdhundeobmann professionell wahrgenommen.
Ergebnisse: Angetreten 23 Gespanne, bestanden 20 Gespanne = 87%
- 9 Gespanne haben alle drei Fächer (Wasser, Schleppe und Freiverlorensuche) absolviert
- 3 Gespanne haben das Apportieren aus dem Wasser absolviert
- 6 Gespanne haben die Schleppe und Freiverlorensuche absolviert
- 2 Gespanne haben die Freiverlorensuche absolviert
4.4 Anerkennung der BEJV-Jagdhundeprüfungen durch die AGK/TKJ
2018 wurden alle Jagdhundeprüfungen des BEJV auf Antrag der JHK von der TKJ anerkannt und genehmigt. Mein Ziel war, dass alle Jagdhundeprüfungen des BEJV national anerkannt sind. Dabei war mir nicht bewusst, dass die in der Vergangenheit im BEJV an den GHP und den SAP eingesetzten Prüfungsleiter teilweise von der TKJ nicht anerkannt waren. Ab 2018 durften diese nicht mehr eingesetzt werden und fehlten bei den Prüfungen.
Im Berichtsjahr insistierte die TKJ zudem, dass alle Prüfungsergebnisse analog den SwP im Stammbaum, resp. dem Leistungsheft einzutragen sind. Dadurch müssten Hundeführer mit papierlosen Hunden, die nur die obligatorische Gehorsamsprüfung absolvieren, ein Leistungsheft kaufen. Die daraus entstandenen Diskussionen führten in der Jagdhundekommission zu einer Grundsatzbesprechung zur Unterstellung der Prüfungen bei der TKJ. Mit Mehrheitsentscheid wurde entschieden, ab sofort bei den GHP und SAP auf die Unterstellung zu verzichten.
Nicht betroffen von diesem Entscheid sind die Schweissprüfungen. Diese bleiben weiterhin TKJ-anerkannt.
4.5 Prüfungen auf der Hasenspur ausserhalb der Jagdzeit
Das JI beabsichtigte aus Rücksicht auf Jungtiere, Prüfungen für Jagdhunde auf der Hasenspur nur noch bis Ende Februar zu bewilligen. Witterungsbedingt könnte dies dazu führen, dass Prüfungen in einzelnen Jahren im Gebiet Müntschemier nicht mehr durchgeführt werden könnten.
In konstruktiven Gesprächen zwischen dem JI, der JHK und Vertretern der direkt betroffenen Rasse-Clubs (Wachtel, Terrier, Teckel) konnte ein Kompromiss gefunden werden:
- Die Prüfungen werden prioritär im Februar eingeplant und durchgeführt.
- Es können zusätzliche Termine in der ersten Märzhälfte reserviert werden, falls die Prüfungen im Februar witterungsbedingt nicht realisiert werden können.
- Für den Fall, dass auch die Prüfungen in der ersten Märzhälfte nicht durchgeführt werden können, sind Reservationen und Durchführungen in der zweiten Märzhälfte möglich.
5. Jungjäger:innen Ausbildung
Das Jagdhundemodul 2024 wurde für die rund 120 Jungjäger:innen auf zwei Halbtage aufgeteilt. Der erste Teil erfolgte im April in der Kanderarena in Frutigen mit einem Theorieteil zur Anschaffung, Haltung und dem Normalverhalten des Hundes, einer Präsentation der Ausbildungs- und Führungshilfsmittel und einer Nachsuchen-Vorführung.
Im Mai wurden den Jungjäger:innen in der Swiss Dog Arena in Münsingen alle relevanten Jagdhunderassen in einer professionellen Show vorgeführt.
Ein grosses Merci dem gesamten OK unter engagierter Leitung von Walter Stoller.
Für die Erbringung der obligatorischen Praxisstunden fehlten den Jungjäger:innen und Jagdhundeobleuten in der Vergangenheit entsprechende Grundlagen. Auf Anfrage der Ausbildungskommission hat die JHK ein entsprechendes Papier erstellt. Dieses wurde an der PK vom 21. Juni 2024 vorgestellt und durch die Koordinatoren den Jagdhundeobleuten kommuniziert und abgegeben.
6. NASU-Organisation
Das Nachsuchenwesen war dank dem motivierten und engagierten Einsatz des NASU-Verantwortlichen Heinz Trutmann mit Unterstützung der Regionalkoordinatoren auch im Berichtjahr über das gesamte Kantonsgebiet sichergestellt.
Alle Informationen zum NASU-Geschehen können dem detaillierten Jahresbericht des NASU-Verantwortlichen entnommen werden.
Ich danke allen Nachsuchenführer:innen bestens für den uneigennützigen und mutigen Einsatz auf der roten Fährte zu Gunsten unseres Wildes.
7. Ausbildung
Im Berichtsjahr lag das Ausbildungsschwergewicht bei den NASU-Führern.
Am 23. März 2024 traten rund 70 Hundeverantwortliche, bzw. Hundeführer:innen zum alle zwei Jahre durchzuführenden Ausbildungstag an. Der NASU-Verantwortliche Heinz Trutmann moderierte gekonnt durch den Anlass mit den Schwerpunktthemen:
- Die gesetzlichen Vorgaben für Nachsuchen auf Schwarzwild
- Informationen zum und aus dem Schwarzwildgatter in Elgg
- Tatort Anschuss (wann und wie zum Anschuss, Untersuchung Anschuss, Pirschzeichen, deren Interpretation und die Bedeutung für die Nachsuche)
- Die Umsetzung der Theorie in die Praxis, Anschüsse im Feld untersuchen, Einsatz von Hilfsmitteln, Demonstration von Schuss, Energie/Wirkung und das Abfangen
Die Details zum Ausbildungstag können im Jahresbericht des NASU-Verantwortlichen nachgelesen werden.
8. Ausblick
- Das Tätigkeitsprogramm 2025 der JHK ist auf der Homepage des BEJV publiziert
- Die Planung der Jagdhundeprüfungen liegt vor
- Am 22. März 2025 findet der Ausbildungstag der Jagdhundeobleute statt
- Abschluss des JHK-Konzepts
- Pilotversuch mit einer Kontingentierung der Anzahl Schweissprüfungen
- Revision der Prüfungsordnungen
- Die Schweissprüfungen werden ab 2025 nach der neuen SWPO der TKJ durchgeführt
Goldiwil, 08. Februar 2025
Jagdhundekommission des BEJV
der Präsident
Marc Beuchat